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Vorteile Lebensversicherung

Im Gegensatz zu anderen Vermögenswerten und Finanzprodukten, die zum Vermögensaufbau und für die Altersvorsorge genutzt werden (wie Aktienfonds, Obligationenfonds, Immobilien bzw. Immobilienbeteiligungen, Sparkonti etc.) bieten Lebensversicherungsverträge eine Reihe spezieller Privilegien. Neben steuerlichen Vorteilen während der Laufzeit und bei der Auszahlung bieten sie einzigartige erb- und konkursrechtliche Vorzüge sowie ein hohes Mass an Diskretion.

  • Steuerprivileg der freien Vorsorge (Säule 3b)

    Bei der Freien Vorsorge (Säule 3b) können die Versicherungsprämien bei der Bundes- wie auch bei der Kantonssteuer lediglich im Rahmen der üblichen Versicherungsabzüge vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Diese Abzüge sind begrenzt und werden in der Regel bereits mit den Krankenkassenprämien ausgeschöpft. Insofern ergeben sich in der freien Vorsorge während der Versicherungsdauer nur dahingehend steuerliche Vorteile, dass Zinsen und Überschussanteile bei der Bundes- wie auch bei der Kantonssteuer steuerfrei (keine Einkommens- und Verrechnungssteuer) vereinnahmt werden können.

    Der grosse Vorteil von 3b-Fondspolicen ist, dass deren Kapitalleistungen beim Bund und in den Kantonen jedoch völlig steuerfrei sind, sofern die Laufzeit des entsprechenden Versicherungsvertrages mindestens 10 Jahre betragen hat. Im Todesfall sind Kapitalleistungen aus Fondspolicen von der Einkommenssteuer befreit. Sie unterliegen aber in manchen Kantonen der Erbschaftssteuer. In fast allen Kantonen sind jedoch Kapitalleistungen an den Ehepartner (und zum Teil auch an die Kinder) von der Erbschaftssteuer befreit. Der Bund kennt keine Vermögenssteuer. Dagegen sind in den Kantonen die Fondsvermögen von Fondspolicen während der Versicherungsdauer zum Rückkaufswert als Vermögen zu versteuern. Dabei wird der Rückkaufswert mit dem übrigen steuerbaren Vermögen zusammengerechnet.

    Fazit: Eine Lebensversicherungspolice im Rahmen der Freien Vorsorge (Säule 3b) bietet insbesondere durch die Steuerfreiheit der Auszahlung nach zehnjähriger Mindestlaufzeit attraktive Steuervorteile.
  • Steuerprivileg der gebundenen Vorsorge (Säule 3a)

    Bei der Gebundenen Vorsorge (Säule 3a) können die Versicherungsprämien während der Versicherungsdauer („Ansparphase“) bei der Bundes- wie auch der Kantonssteuer bis zu einer Höhe von derzeit CHF 6’768 (Stand 2015) vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. AHV-pflichtige Erwerbstätige, die keiner Pensionskasse angehören, können sogar Prämien von bis zu 20% des Erwerbseinkommens (maximal CHF 33'840 - Stand 2015) pro Jahr von ihrem steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Vereinnahmte Zinsen und Überschussanteile sind während der Versicherungsdauer steuerfrei. Werden Leistungen aus der Gebundenen Vorsorge bezogen ¬– bei der Aspecta Assurance International AG werden Leistungen nur als Kapitalleistung („Einmalzahlung“) ausbezahlt –, so sind diese zwar beim Bund wie auch in den Kantonen als Einkommen steuerbar, allerdings getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem Spezialsatz (Bund: Besteuerung zu einem Spezialsatz von 20% des Tarifs für Alleinstehende oder Verheiratete; Kantone: unterschiedliche Tarife).

    Sollte der Versicherungsnehmer einer 3a-Police vor Erreichen des Bezugsalters versterben, so ist der Bezug von Kapitalleistungen durch die Erben bzw. die Begünstigten beim Bund und in fast allen Kantonen als Einkommen steuerbar. Auch in diesem Fall findet die Besteuerung in der Regel getrennt vom übrigen Einkommen zu einem Spezialsatz (Bund: Besteuerung zu einem Spezialsatz von 20% des Tarifs für Alleinstehende oder Verheiratete; Kantone: unterschiedliche Tarife) statt. In einigen wenigen Kantonen unterliegen Kapitalleistungen an bestimmte Begünstigte anstelle der Einkommens- der Erbschaftssteuer bzw. können die vereinnahmten Kapitalleistungen zusätzlich zur Einkommenssteuer erbschaftssteuerpflichtig sein.

    Fazit: Eine Lebensversicherungspolice im Rahmen der Gebundenen Vorsorge (Säule 3a) bietet in der Ansparphase wie auch bei der Auszahlung attraktive Steuervorteile.
  • Betreibungsrechtliche Privileg („Konkursprivileg“)

    Das Schweizerische Versicherungsvertragsgesetz (VVG) räumt dem finanziellen Schutz der Familie hohe Priorität ein: Die Ansprüche der Familie stehen explizit vor den Ansprüchen allfälliger Gläubiger. Hierzu heisst es in Artikel 80 VVG: „Sind der Ehegatte, die eingetragene Partnerin, der eingetragene Partner oder Nachkommen des Versicherungsnehmers Begünstigte, so unterliegt, vorbehältlich allfälliger Pfandrechte, weder der Versicherungsanspruch des Begünstigten noch derjenige des Versicherungsnehmers der Zwangsvollstreckung zugunsten der Gläubiger des Versicherungsnehmers.“

    Sind also der Ehepartner, der bzw. die eingetragene Partner(in) oder die Kinder eines verstorbenen Versicherungsnehmers erstrangig in der Begünstigung der Lebensversicherung aufgeführt, so können allfällige Gläubiger eines verstorbenen Versicherungsnehmers keine Ansprüche auf die Todesfallleistung erheben.

    Im Gegensatz zu allen anderen Vorsorge- und Finanzprodukten können mit Lebensversicherungspolicen die Ansprüche von Gläubigern ausgeschlossen werden, sofern Ehegatten, der bzw. die eingetragene Lebenspartner(in) sowie die Kinder des Verstorbenen als Begünstigte in der Police vorgesehen sind.

    Fazit: Im Gegensatz zu allen anderen Finanzprodukten können die Gläubiger eines Verstorbenen Lebensversicherungsnehmers die Todesfallsumme nicht für sich beanspruchen, wenn die Begünstigten enge Familienmitglieder des Verstorbenen sind.
  • Das Liechtensteinische Versicherungsgeheimnis

    Gemäss dem in Art. 104 und 105 des liechtensteinischen Versicherungsaufsichtsgesetzes (VersAG) verankerten Versicherungsgeheimnis sind Mitarbeiter und Geschäftsleitungs- sowie Verwaltungsratsmitglieder von Versicherungsunternehmen sowie alle weiteren für Lebensversicherungs-gesellschaften tätige Personen zur absoluten Geheimhaltung von nicht öffentlich bekannten Tatsachen verpflichtet, die ihnen auf Grund der Geschäftsverbindungen mit Kunden anvertraut oder zugänglich gemacht worden sind. Diese Geheimhaltungspflicht gilt zeitlich unbegrenzt.

    Von dieser Geheimhaltungspflicht kann jeweils nur der betreffende Versicherungsnehmer bzw. dessen Rechtsnachfolger entbinden, wobei die diesbezügliche Erklärung schriftlich und in Kenntnis der Sachlage für den konkreten Fall abgegeben werden muss. Das Liechtensteinische Versicherungsgeheimnis ist somit analog zum Schweizerischen Bankgeheimnis ausgestaltet.

    Fazit: Eine Lebensversicherungspolice nach Liechtensteinischem Recht gewährleistet dem Versicherungsnehmer ein Höchstmass an Diskretion. Versicherungsgesellschaften und ihre Mitarbeiter dürfen gegenüber Dritten nur dann Angaben machen, wenn sie der Versicherungsnehmer explizit von ihrer Geheimhaltungspflicht entbindet.